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Portugal-Kurz-Reisebericht

 

Der LFV-Ostenfeld und Umgebung e.V. begab sich auch in 2017 wieder auf eine europäische Reise. Dieses Mal sollte unser Ziel „Portugal“ sein. Nicht nur Porto und Lissabon, nein, um ein Land etwas näher kennenzulernen, erfordert es schon mehr.

 

So landeten wir per Flieger in Faro und machten uns sogleich auf den Weg, diesen Teil der iberischen Halbinsel zu durchstreifen. Es galt, dieses nicht nur landschaftlich wunderbare und so vielschichtige Land von Süd nach Nord, von Ost bis West für unser Herz zu gewinnen, was absolut gelang. Unser Fazit lautete, dass Portugal ein relativ kleines Land mit großem Potential und verborgenen Schätzen ist. Die Fülle an Eindrücken kann man nur erleben, nicht aber in gerechtem Umfang wiedergeben.

Am Flughafen erwartete uns ein portugiesischer „5*-Reisebus“ mit einem sehr freundlichen Francisco, der uns alle Tage in Begleitung von Reiseführer/Innen gut und sicher durchs ganze Land steuerte.

Nach einem Rundgang durch Faro mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die wir wegen des Pfingstfestes leider nur streifen konnten, beherbergte uns für die erste Nacht an ein schönes Hotel im Touristenort Vilamoura an der Algarve.

Am nächsten Morgen ging es bereits ins Landesinnere, in die bedeutende Kunst- und Kulturmetropole Evora. Bei einem Spaziergang durch die Museumsstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, sahen wir u.a. die Kathedrale, den römischen Tempel und die Knochenkapelle des Franziskanerklosters. Ein neues Hotel und ein herrlicher Pool warteten am späten Nachmittag auf ein erstes (Sonnen)-Bad.

Und schon ging die Fahrt weiter nach Coimbra, wo wir die fantastische, auf einem Hügel gelegene Universitätsbibliothek und die Kathedrale besuchten. Übrigens, auch Fledermäuse lieben einen Besuch der Bibliothek, in der daher des Nachts die Möbel mit einer festen Folie abgedeckt werden müssen. Der Blick auf die Stadt war schlichtweg grandios.

Unser nächstes Hotel in Porto-Espinho lag direkt an der herrlichen, sehr breiten Strandpromenade und forderte förmlich zum Flanieren auf. Ein Bad im Atlantik ließ jedoch, nicht zuletzt wegen der enormen Brandung, auf sich warten…, aber auch wegen der sehr frischen Wassertemperaturen.

Die prunkvolle Börse in Porto und die S.Francisco Kirche waren nächste Ziele. Natürlich durfte auch eine typische Rabelo-Bootsfahrt auf dem Fluß Douro und eine Stippvisite in einer Portwein-Kellerei inklusive Verkostung nicht in unserem Programm fehlen. Ein anschließender Spaziergang durch das Altstadtviertel von Porto-Geia rundeten den Tag ab.

Die Fahrt zum Parque Nacional da Peneda-Gerês bot uns erneut eine komplett andere Landschaft. Ein Stopp in Ponte de Lima und der Besuch eines kleinen Mercado mit Direktvermarktung gaben einen Einblick in sogenannte „Pfenniggeschäfte“. Im 70-tsd. ha großen, 1971 gegründeten UNESCO Nationalpark angekommen, machte eine Führung uns mit den Besonderheiten dieses Parks vertraut. Ein Picknick am Park, angrenzend am neuen Besucherzentrum, und ein nachfolgender, teilbegrenzter Nationalpark-Rundgang bei herrlicher Ruhe - außer unserem Geschnatter - boten einmal etwas ganz Anderes. Auch unsere Reiseführerin zeigte sich erstaunt und meinte, diesen Ort würde sie nun öfter mit ins Visier nehmen. Auf dem Rückweg wurde noch ein kleiner Stopp im Dörfchen Soajo (Siebenkirchen) eingelegt, um alte Granit-Maisspeicher auf Säulen zu begutachten. Ein wirklich lohnender Abstecher.

Am nächsten Tag besuchten wir Aveiro, das Venedig Portugals, wo wir die von Kanälen durchzogene Altstadt besichtigten. Zuvor waren wir durch die Lagunenanlage zur Costa-Nova gelangt, und wir wurden wiederum überrascht. Eine wunderschöne, sehr landestypische Urlaubsregion.

Allerorten sahen wir immer wieder die hübschen kachelverzierten Hauswände und die beige-grauen Mosaik-Fußgängerwege aus Granit, zum Teil schlicht oder sogar mit Motiven. Und … immer wieder alles picobello sauber. Eine weitere Station war die malerische Kleinstadt Obidos, die von einer alten Stadtmauer umgeben ist.

Wir gelangten nach Lisboa/Lissabon. Ein straffer Bummel durch das Altstadtviertel Alfame, ein Rundgang am Castello São Jorge, die obligatorische Stadtrundfahrt mit Avda. da Liberdade, Plaza Marques de Pombal, Parque de Eduardo VII, Plaza España, eine Visite im prunkvollen Hieronymus Kloster, die Aussicht auf das Seefahrerdenkmal und ein Spaziergang zum Turm von Belém waren ein MUSS in Lissabon, genauso wie das Feeling bei der Fahrt mit einer überfüllten nostalgischen Straßenbahn der Linie 28.

Abends ließ uns der Blick in die bunt-geflieste U-Bahnstation, direkt am Hotel, einfach nur stauen.

 

Auf der Route der Paläste sahen wir sehr gut erhaltene Schlösser, die allesamt vom 2. Weltkrieg verschont geblieben waren, nicht zuletzt deswegen, weil Portugal sich neutral verhielt. Zunächst besichtigten wir den Palast in Queluz, welcher dem Baustil des Schlosses von Versailles entsprungen sein soll. In Sintra marschierten wir zum Palacio da Vila im historischen Stadtkern und in Mafra zum riesigen Klosterpalast. Und überall die wunderhübschen landestypischen portugiesischen Kacheln/Fliesen.

Bevor wir weiter gen Süden an die Algarve reisten, machten wir einen Abstecher zum Cape Roca, dem westlichsten (und zugigsten) Punkt des europäischen Festlandes. Auch der elegante Seeort Cascais, wo die königliche Familie ihre Sommerresidenz hatte, fehlte natürlich nicht in unserem absolut abwechslungsreichen Programm. Leider streiften wir das Monchique-Gebirge nur am Rande. Auch dort soll es sehr schön sein.

Doch wir sehen auf einer Küstenfahrt die immer karger und trockener werdende Landschaft und die typischen (Dünen)-Strände, wie bei Lagos, Carvoeiro, Praia da Rocha und Portimao, bevor wir nach Albufeira gelangten. Hier verweilten wir noch einen Tag, entweder am Pool, spazierten direkt am Strand, badeten im Atlantik oder machten noch eine City-Sightseeingtour, bevor es uns bereits wieder gen Heimat zog. In Faro waren wir gestartet und hier beendeten wir unsere Rundreise. Mit vielen positiven Erinnerungen im Gepäck flogen wir wieder zurück nach Hamburg, um von dort per Grunert-Transfer nach Husum zu gelangen.

„Ich bin bereit zuzugeben, dass Europa weiß, wo Portugal liegt,

doch ich werde mir erlauben,

weiterhin zu bezweifeln, dass Europa weiß, was Portugal ist“.

 

Mit diesem Zitat von José Saramago hatten wir unsere LF- Reise begonnen, diese Worte wurden durch das Erlebte absolut bestätigt. Portugal ist ein Land, das uns mit seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt komplett überraschte – und begeisterte. Es ist ein Land, das sich seiner EU-Mitgliedschaft bewusst ist und ganz viel daran arbeitet und gearbeitet hat, seinen Auflagen und Verpflichtungen gerecht zu werden. Portugal profitiert touristisch ganz sicher zum einen durch die momentan weltweit vorherrschende politische Unsicherheit, zum anderen lockt es mit einer fantastischen Präsentation.

Portugal ist ein Land, dass sich seiner Pflicht, Verpflichtung und Herausforderung stellt und sich seiner Chance durchaus bewusst ist. Ein Land, welches ein uneingeschränkt lohnendes Reiseziel ist.

 

„Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren.

Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie, wie sie ist.“

 

Treffender als mit diesen Worten von Samuel Johnson kann man unsere diesjährige Reise nicht umschreiben.

Mildstedt, Juni 2017                                                 Erna Lorenzen

 

 

Land-Frauen-Verein Ostenfeld und Umgebung e.V.